Leben in Fülle – Wie kommst Du da hin?

Dass wir das Leben in Fülle haben

Beitragsbild Leben in Fülle

Leben in Fülle, ein Wunsch für uns

Hast Du schon mal in der Bibel gelesen?

Keine Sorge, ich wil Dich jetzt nicht bekehren oder missionieren.

Aber es gibt in der Bibel einen bemerkenswerten Satz (Ok, es gibt natürlich viele bemerkenswerte Sätze. Doch dieser eine gefällt mir besonders gut). Er stammt von Jesus, dem Mann aus Nazareth, der sagt:

„Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh. 10,10).

Leben in Fülle“, was für ein faszinierender Begriff. Ich habe noch wenig Menschen getroffen, die nicht davon elektrisiert sind.

Aber, was hat dieser Jesus eigentlich damit gemeint?

Mehr haben wollen?

Meinte er, dass er seinen damaligen Zeitgenossen volle Getreidespeicher, Schatztruhen voller Gold, Becher voller Wein oder ein Leben in Saus und Braus wünschte?

Oder wollte er, im Hinblick auf spätere Generationen, dass sich jeder ein iPhone 6s oder Samsung Galaxy s7, einen schnittigen Ferrari, regelmäßigen Urlaub auf den Malediven, ein Pferd, ein Haus, ein Boot leisten kann?

Leben in Fülle?

Was ist Leben in Fülle?

Es mag Menschen geben, für die das der Inbegriff von Leben in Fülle ist.
Ob diese Dinge erforderlich sind, um ein erfülltes Leben zu führen, daran hab ich so meine Zweifel.
Und dass sie zwangsläufig dazu führen, diese Verheißung wahr werden zu lassen, bezweifle ich noch mehr.

Oder war es villeicht das, was Sebastian Thalhammer von Projekt Phoenix vor Kurzem in einem Artikel beschrieben hat, dass es

„das eine Ziel aller Menschen ist, ’mehr’ zu bekommen

  • mehr Erfolg in dem was sie tun
  • mehr Leidenschaft in ihrem Leben spüren
  • mehr Glück und Zufriedenheit
  • mehr Geld
  • mehr Energie
  • mehr Produktivität
  • mehr Bedeutung“      ???

Großes Fragezeichen.

Denn wenn ich ständig „mehr“ haben will, heißt das nicht automatisch, ständig mit dem Gedanken zu leben, ich hab zu wenig?
Ist das nicht eher ein ständiges Mangelgefühl, das mich unglücklich und unzufrieden macht?

Viele erfolgreiche Blogger oder Online-Marketer schwärmen immer wieder davon, wie sie es geschafft haben, mit ihrer Online-Tätigkeit so viel Geld verdienen zu können, dass sie finanziell, zeitlich und örtlich unabhängig sind und dieser Leidenschaft überall auf der Welt, am Liebsten weit weg, an einem schönen Strand, nachgehen können.

Ist es das, das Leben in Fülle?

Zugegeben, diese Vorstellung hat etwas sehr Verlockendes. Und gleichzeitig bin ich mir sicher: Leben in Fülle find ich nicht an diesem Strand (Zumindest nicht, wenn ich es dort suche).

Leben in Fülle heißt eben nicht mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Ansehen, mehr Macht, mehr Luxus, mehr Urlaub, mehr Sex, mehr Leistung.

Nein, mit „Leben in Fülle“ ist sicherlich was anderes gemeint.

Aber was?

Zauberwort Verbindung

Eine Ahnung davon vermittelt die Aussage von Marshall Rosenberg, dem Gründer der gewaltfreien Kommunikation (GFK). Er sagt:

Ich denke, das Ziel im Leben ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen

 

Das heißt, es geht im Leben darum, mit sich, mit seinen Gefühlen und den dahinterliegenden Bedürfnissen verbunden zu sein. Und dadurch mit allen Menschen verbunden zu sein. Denn wir alle teilen die gleichen Bedürfnisse.

Es geht darum, sich immer wieder zu verbinden mit den Gefühlen und den dahinter liegenden Bedürfnissen, die der Bereicherung und Erfüllung des Lebens dienen, wie Freude, Feiern, Freiheit, Autonomie, Verbindung, Respekt, Sättigung, Glück, Wertschätzung, Vertrauen, Gemeinschaft, Liebe etc.

Bedürfnisse sind die Lebenskraft

Rosenberg selbst hat von Bedürfnissen oft als „göttliche Energie“ gesprochen.
Gerne wird das auf den ersten Blick etwas belanglose oder im Deutschen gar mit einem „Gschmäckle“ besetzte Wort „Bedürfnis“ in der GFK auch als Lebenskraft oder Lebensenergie bezeichnet.

Ja, das ist es, und da kommen wir dem Leben in Fülle schon ziemlich nahe.

Bedürfnisse, die Kraft des Lebens

Bedürfnisse, die Kraft und Schönheit des Lebens

Nun, vielleicht fragst Du jetzt, können denn einige dieser Bedürfnisse nicht auch durch die volle Schatzkammer,  das High-End-Smartphone aus dem Haus mit dem angebissenen Obst oder den Exotic-Tropical-Surf-Wellness-Event-Holiday erfüllt werden?

Strategien sind Möglich-, keine Notwendigkeiten

Ja, klar, können sie. Wenn wir sie als Geschenk genießen können und frei davon sind, genau und unbedingt das zu brauchen.

Und gleichzeitig können diese Dinge die Fülle auch verhindern. Wie das?

Bei all den genannten Annehmlichkeiten handelt es sich um Strategien. Strategien, um Bedürfnisse zu erfüllen (und nicht um die Bedürfnisse selbst). Und Strategien haben manchmal die unangenehme Konsequenz, dass sie den Handlungsspielraum eingrenzen, Kreativität blockieren und die Erfüllung eines Bedürfnisses unmöglich machen.

Hä? , Wie das?

Nun, dann nämlich, wenn Du Dich daran festhältst, Dich an diese eine, oder wenige, Strategien klammerst und meinst, nur auf diese Art Deine Bedürfnisse erfülllen zu können oder erfüllt zu bekommen.
Oder wenn die Angst vor dem Verlust den Genuss zunichte macht.

Dann wirkt dieses Anklammern und Festhalten-Wollen wie die Aktion des ersten Sohnes in folgender Geschichte:


Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, ist eure Sache.“ 

Die Weisen sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher.  Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“

Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“  Der Vater antwortet: Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“

abgedroschenes Zuckerrohr oder Stroh. Der Nutzen ist eher begrenzt.

Abgedroschenes Zuckerrohr oder Stroh. Der Nutzen ist eher begrenzt.

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.

Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“


 

 

Festhalten an Strategien bewirkt Mangel

An einer Strategie festhalten, Dich darauf zu fixieren, wird dazu führen, dass der Raum Deiner Möglichkeiten voll ist, bereits gefüllt mit einer oder zwei, jedenfalls wenigen verschiedenen Dingen. Vielleicht sogar mit nutzlosem Zeug. Will heißen, mit Dingen, die, obwohl (oder besser weil) Du voll damit bist, Dich nicht erfüllen.

Wenn Du die Strategie zur Erfüllung eines Bedürfnisses mit dem Bedürfnis selbst verwechselst, wirst Du immer wieder Mangel spüren.

Denn, wenn die Strategien nicht greifen oder grad nicht machbar sind, wirst Du darüber immer wieder wütend sein, oder frustriert, Dich besorgt oder niedergeschlagen fühlen oder Dich für dies oder das schuldig sprechen.
Du wirst immer wieder kämpfen mit oder gegen etwas, das in Deiner Vorstellung anders sein sollte, als es tatsächlich ist.

Manche dieser Strategien sind sehr hartnäckig. Das sind die, die wir seit frühester Kindheit gelernt haben, um emotional oder körperlich überleben zu können, die uns aber heute im Erwachsenenleben gar nicht mehr dienlich sind. Vielleicht eher hinderlich, weil z.B. die Angst vor Ablehnung, oder der Glaubenssatz, nur durch Leistung etwas zu bekommen, uns in unserem Handeln extrem einschränken.

Mangelgefühle als Chance

Wenn Du diese besagten Mangelgedanken und -gefühle immer wieder hast, immer wieder darin zurückfällst, dann überprüfe einmal, ob Du nicht zu sehr an einer oder wenigen Strategien hängst und von ihnen die Erfüllung Deiner Bedürfnisse erhoffst oder gar erwartest.
Das ist eine schöne Möglichkeit, in die Freiheit zu kommen.

Und noch eine weitere Chance bieten die Mangelgefühle:

Hinter ihnen verbergen sich nämlich, wie hinter jedem Gefühl, unsere Bedürfnisse. Wenn Du daher diese Gefühle anschaust, Dich mit ihnen verbindest und dadurch in die Verbindung mit der Schönheit Deiner Bedürfnisse, dieser göttlichen Energie, der Lebenskraft, kommst, dann wird sich Fülle und Erfüllung, ein Gefühl der Freude einstellen.

Die Gefühle werden sich verwandeln in ein Gefühl der Fülle, das Du dort findest, wo Deine Bedürfnisse sind: In Dir.

Jetzt wird auch deutlich, warum es so wertvoll ist, all die Tränen zu weinen und all das Lachen zu lachen, d.h. alle Gefühle zuzulassen und willkommen zu heißen. Denn nur dann kann die zur Wandlung notwendige Verbindung entstehen. Dann ist es wie in der Geschichte, wo ein riesiger Raum angefüllt ist, mit hellem, warmem Licht.

Erfülle den Raum Deines Lebens mit dem Licht Deiner Bedürfnisse und Du wirst Du zum König, zur Königin Deines Lebens Klick um zu Tweeten

Es geht also nicht darum, die unangenehmen Gefühle „weg zu machen“ (sie werden sowieso nur um so hartnäckiger immer wieder kommen), sondern mit Hilfe dieser und über sie zur Fülle zu gelangen.

Leben in Fülle heißt also Verbindung mit mir, mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen, mit dem, was in mir lebendig ist. Und mit all dem in Dir.

Leben in Fülle heißt nichts Anderes als Verbindung mit dem Leben.

Und so kannst Du diesen Prozess beschreiten:

  1. Nimm Dein unangenehmes Gefühl, Dein Mangelgefühl wahr
  2. lokalisiere es in Deinem Körper. Wie fühlt es sich an?, Was passiert gerade in Deinem Körper und wo? Lass es zu, heiße es willkommen.
  3. Suche nach dem unerfüllten Bedürfnis hinter dem Mangelgefühl
  4. Verbinde Dich mit dem Bedürfnis, stell Dir vor, wie es ist, oder schon mal war, wenn es erfüllt ist.
  5. Genieße das Gefühl der Fülle und lass Dich selbst davon erfüllen.

Wenn Du diesen Weg gehst, sind Deine Gefühle, selbst oder gerade die unangenehmen, die Möglichkeit Dich zur Fülle zu bringen und Deinen Lebensraum mit dem Licht Deiner Lebensenergie zu erhellen.

9 Schritte zur Fülle

Willst Du genauer wissen, wie das geht, über die Mangelgefühle zur Fülle zu gelangen?

Willst Du Deine Mangelgefühle verabschieden?

Mit dieser Online Übung, die ich für Dich erstellt habe, kannst Du das erreichen:

Du findest die Übung >>hier.

Eine Übung, bestehend aus einem Audio, einer Anleitung, und einem Arbeitsblatt, mit deren Hilfe Du diesen Prozess durchlaufen kannst:

Durch Deine Mangelgefühle hin zur Fülle.

Diese Übung hat mir selbst sehr viel gebracht, weil sie mir geholfen hat, mit bestimmten Situationen souveräner umzugehen und mich in Ereignissen, bei denen ich mich schwach und hilflos fühlte, nun in meiner ganzen Kraft und Energie zu erleben.

Eine Übung, die auch Dir helfen wird, Lebensfreude und Fülle in Dein Leben zu bringen.

Mangel in Fuelle verwandeln_Fotor

 


Und nun lass mich zum Schluss noch einmal den Mann aus Nazareth zitieren.

Er antwortet auf die Frage der Pharisäer, wann das Reich Gottes komme, und wie und wo man es finde und erkenne (Lk, 17, 21; Schlachter Übersetzung):

„Das Reich Gottes ist in Euch“.

Schöner kann man es nicht sagen.

 

Sei herzlich gegrüßt,

 

Peter

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