Glaubst Du noch oder lebst Du schon? Wie Du behindernde Glaubenssätze auflöst

Behindernde Glaubenssätze auflösen

Bitragsbild behindernde Glaubenssätze fliegender Weißkopfadler Sage mir, was Du glaubst und ich sage Dir…

Ok, brechen wir an dieser Stelle ab, denn ich bin kein Wahrsager. Aber in einem bin ich mir dennoch ziemlich sicher: Wenn Du behindernde Glaubenssätze in Dir wirken lässt, nimmst Du Dir viele Möglichkeiten im Leben.

Ich werde Dir in diesem Artikel zeigen, wie Du behindernde Glaubenssätze erkennen und umwandeln kannst, um Dein Leben erfolgreicher zu machen.

Zuvor jedoch eine Geschichte

Wettlauf der Frösche

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen.

Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.

Bitrag behindernde Glaubenssätze : Bild eines Turms

nur einer schaffte es bis zum Wetterhahn

Dann endlich – der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Anstatt die Läufer anzufeuern, riefen sie also „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“ oder „Das ist einfach unmöglich!“ oder „Das schafft Ihr nie!“

Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf.

Das Publikum schrie weiter: „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“

Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.

Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.

Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hatte, den Wettlauf zu gewinnen.

Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

Was sind Glaubenssätze?

Was sind überhaupt Glaubenssätze?
„Glaubenssätze sind Lebensregeln, die Menschen für wahr halten. Sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen sowie individuellen Theorien, warum etwas so und nicht anders ist und sind Grundlage des alltäglichen Handelns und für den Einsatz der Fähigkeiten. Glaubenssätze beeinflussen, was wir denken und wahrnehmen, bzw. was wir uns erlauben zu denken und wahrzunehmen, und was wir für möglich halten“ ( http://nlpportal.org/nlpedia/wiki/Glaubenssatz).

Glaubenssätze sind, wie die zuschauenden Frösche in der Geschichte, Stimmen in unserem Kopf, die uns einreden, dass etwas so und nicht anders ist. Und darüber hinaus leider auch oft zurufen, dass etwas auch gar nicht anders sein kann.

Sie sind Überzeugungen, Muster, Verallgemeinerungen, oft auch Vorurteile über das Leben, über uns selbst, über Andere. Oft begleiten sie uns unser ganzes Leben und beeinflussen die Wahrnehmung der Welt, unser Handeln und unseren Erfolg. Sie wirken in unseren Entscheidungen, Gefühlen und Handlungen.

Und wenn dies nun eben einschränkende oder behindernde Glaubenssätze sind, behindern sie unser alltägliches Handeln, den Einsatz unserer  Fähigkeiten, unsere Kreativität und Produktivität, unser ganzes Leben. Und nicht selten blockieren sie sogar all das.

Behindernde Glaubenssätze wirken sich also hinderlich oder gar verhindernd aus. Sie nehmen uns den Mut, Zuversicht, den Willen, etwas zu verändern und Neues zu entdecken. Manchmal sind sie eine Ausrede dafür, dass wir es uns auf dem gemütlichen Sofa im heimeligen Wohnzimmer bequem machen, anstatt aufzubrechen und einen ersten Schritt zu gehen.

Beispiele behindernder Glaubenssätze

Hier ein paar Beispiele für behindernde Glaubenssätze:

Beitrag behindernde Glaubenssätze Bild mit Heißluftballon und Spruch Life is a beautiful ride

Beispiel eines unterstützenden Glaubenssatzes

  • Ich kann das nicht,
  • Ich bin nicht liebenswert
  • Niemand mag mich
  • Ich habe im Leben immer Pech
  • Immer trifft es mich
  • Ich werde nur geliebt, wenn ich Leistung bringe
  • Mir gelingt nie etwas
  • Ich muss mich zusammenreißen
  • Frauen wollen immer nur mein Geld
  • Ausländer sind alles Kriminelle
  • Das Leben ist hart
  • Das Leben ist ungerecht
  • Im Leben bekommt man nichts geschenkt
  • Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern

Woher kommen Glaubenssätze?

Glaubenssätze werden oft bereits in der Kindheit gelernt und von Eltern und Autoritäten übernommen.
Oder sie sind Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen, die sich verfestigt haben.
Zum Dritten sind es oft in einer Gesellschaft oder Zeitepoche weit verbreitete Überzeugungen, die schon allein deswegen wahr sein müssen, weil es (fast) alle glauben und so sagen.

Beispiele für solch weit verbreitete Ansichten sind: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, oder abgewandelt: „Jungs weinen nicht“, im 3. Reich üblich: „Ein Deutscher ist hart wie Kruppstahl…“

Da wir solche Dinge immer wieder zu hören bekamen, übernahmen wir sie als wahr. Und sie wirken in uns und bestimmen unser Leben.

Wie wirken Glaubenssätze?

Das tückische (oder eben auch segensreiche) an Glaubenssätzen ist, dass sie meist unbewusst wirken.
Im Falle von behindernden Glaubenssätzen sabotieren sie uns, da das Unterbewusste immer wieder Situationen sucht und mit zielgenauer Sicherheit auch findet, die den Beweis für die Richtigkeit der Überzeugung liefern.

So wird jemand, der sagt, „Ich kann das nicht“ kaum Erfolg haben, da er es überhaupt erst nicht probiert.
Jemand der mit der Einstellung durch´s Leben geht, dieses sei hart und man bekomme nichts geschenkt, wird genau immer wieder diese Erfahrung machen, weil sein Unterbewusstsein sie sich sucht.

Selektive Wahrnehmung und sich-selbst-erfüllende Prophezeiung sind hier die Stichworte. Denn wir suchen unbewusst immer wieder die Bestätigung, dass unsere Glaubenssätze wahr sind, sodass sie sich immer mehr in unserem Unterbewusstsein verankern und von dort aus wirken.

Ob Du glaubst, Du schaffst es, oder ob Du glaubst, Du schaffst es nicht, Du hast immer recht

Henry Ford

Dein Unterbewusstsein sorgt dafür. Und Dein Unterbewusstsein bestimmt mit mehr als 99% Anteil Deine Handlungen.

Ein verblüffendes Beispiel, wie Glaubenssätze sogar gesellschaftliches Handeln beeinflussen, fand ich kürzlich in einer kleinen Zeitungsmeldung:

behindernde Galubenssätze

Die gesellschaftliche Auswirkung von Glaubenssätzen

Eine andere Meldung in der gleichen Ausgabe, berichtet davon, dass ein Forscherteam der Uni Tel Aviv bei der Untersuchung von mehr als 1 Mio. Ebay Auktionen herausfand, dass Frauen für in Ebay agebotene Artikel im Durchschnitt 20% weniger für die gleiche Ware bekamen als Männer. „Das spreche für hartnäckige, geschlechtsspezifische Vorurteile, so die Forscher“. (Jeweils Rheinpfalz am Sonntag vom 28.02.2016)

Wie Du behindernde Glaubenssätze auflösen kannst

Wie Du gesehen hast, sind Glaubenssätze sehr fest verankert. Und darüberhinaus unbewusst, d.h. unbemerkt wirksam.

1. Erkenne die Sätze und mach sie Dir bewusst

Somit besteht der erste und wichtigste Schritt, um Glaubenssätze aufzulösen, zunächst mal darin, diese überhaupt zu erkennen und sich bewusst zu machen.

Woran lassen sie sich nun erkennen? Oft an solchen Wörtern, die eine Verallgemeinerung ausdrücken, wie „immer“, „nie“, „niemand“, „jeder“, „alle“, „nichts“, „dauernd“, „man“…

Oft drücken sie etwas aus, was man „muss“ oder „soll“ („sollte“).

Wenn Du Sätze mit diesen Wortinhalten denkst oder aussprichst, dann lass Deine Alarmglocke schrillen, die Dich darauf aufmerksam macht: „Aha, das könnte ein Glaubenssatz sein. Lass uns doch mal sehen, ob das überhaupt so stimmt.“

Schwieriger sind Sätze als Glaubenssätze zu erkennen, in denen solche Wörter zwar nicht explizit vorkommen, aber doch mitschwingen. Das sind Sätze, die eine verallgemeinernde Feststellung über etwas oder jemanden treffen, eine „Diagnose“, wie es oder er/sie ist: „Das Leben ist hart“ , „Männer sind Schweine“ (ob die Adressatin dieser Liedzeile jemals eine unbeschwerte Beziehung zu einem Mann wird aufbauen können?).
Bei näherer Betrachtung wird deutlich, auch wenn Worte wie „immer“ oder „alle“ nicht ausdrücklich genannt, sie doch gemeint sind.

Diesen ersten Schritt halte ich für den wichtigsten. Du musst die unbewussten Glaubenssätze in Dein Bewusstsein holen, d.h. Dir erst mal klar machen. Daran führt kein Weg vorbei.

  • Du kannst das Law of Attraction oder das Resonanzgesetz bemühen. Aber bitte komm nicht auf die Idee gegen Rhonda Byrne, die Autorin von „the Secret“, vor Gericht zu ziehen, wenn´s nicht funktioniert. Du wirst den Prozess nicht gewinnen.
  • Du kannst Wünsche ans Universum senden so viele, dass darunter ein DHL Paketwagen zusammenbrechen würde
  • und Du kannst mit positivem Denken Dein Unterbewusstsein belügen, so heftig, dass sich die Balken der Golden Gate Bridge biegen.
Bild im Beitrag behindernde Glaubenssätze Golden Gate Bridge

Belüg Dein Unterbewusstsein so sehr Du willst. Diese Balken werden sich nicht biegen.

All dies wird nicht funktionieren.

Und ich sage Dir auch warum:

Dein Unterbewusstsein ist stärker.

Ich hatte früher immer den Glaubenssatz, „das Leben ist mir vieles schuldig geblieben, ich bin vom Leben betrogen“.
Und was glaubst Du, was mein Erleben und meine Erfahrungen waren? Mangel, Mangel, überall, nichts war gut genug, dass ich nicht das Haar in der Suppe gefunden und mich darüber beklagt hätte. Und das war kein schönes Lebensgefühl.
Seit ich mir bewusst gemacht habe, was es in mir denkt und damit intensiv in den letzten Jahren gearbeitet habe, hat sich mein Leben entscheidend in eine wunderschöne Richtung verändert.

Daher mach Dir zuerst und immer wieder Deine Glaubenssätze, v.a. die einschränkenden, bewusst.

Und dann geh den nächsten Schritt.


silent subliminalsErgänzung:

Mit dieser genialen Technik hast Du direkten Zugang zu Deinem Unterbewusstsein und kannst neue, positive Botschaften dort manifestieren.
Und das nebenbei, während Du Dich auf andere Dinge konzentrierst.
Klick auf den Link und schau es Dir an.
Hiermit kannst Du Deine eigenen Silent subliminals (Botschaften, die vom Bewusstsein unbemerkt und ungefiltert direkt im Unterbewusstsein ankommen) herstellen und mit starken Affirmationen Deinem Leben eine neue Richtung geben.

 


2. Suche Beweise, dass der Satz nicht stimmt

Der zweite Schritt besteht darin, dass Du nicht mehr unbewusst Beweise suchst für die Richtigkeit Deines Glaubenssatzes.
Sondern, dass Du Dich bewusst an Situationen erinnerst, oder Du bewusst auf diese achtest, die das Gegenteil beweisen.

Wenn Dein Satz lautet: „Mir gelingt nie etwas“. Dann denk an all das, was Du im Leben schon erreicht hast:

Beitrag behindernde Glaubenssätze neugierig schauendes Baby

Was haben wir schon als Kleinstkind alles gelernt!

Bereits als kleines Kind, im Babyalter, hast Du Sprechen und Laufen gelernt. Welch unglaublich großartige Leistung.
Du hast einen Schul- und Berufsabschluss. Du fährst Auto oder Fahrrad, Du bist bisher beim Schwimmen nicht ersoffen, Du kannst singen, malen, Gedichte schreiben oder hervorragende Buchhaltung und bereicherst damit Andere. Und, und, und…

Glaub mir, dieser Satz stimmt definitiv nicht.

Solte Dein Satz lauten: „Im Leben bekommt man nichts geschenkt“, dann erinnere Dich, wie viel Dir schon geschenkt worden ist.
Angefangen bei Deinem Leben selbst durch Deine Eltern.

Diese haben Dir auch im Weiteren Leben ermöglicht, indem sie Dir Essen, eine Wohnung, Zuneigung, die Finanzierung Deiner Ausbildung geschenkt haben.
Oder achte bewusst darauf, was Du Tag für Tag umsonst bekommst, also geschenkt: Ein Lächeln, ein froher Morgengruß, Dein Herz, das für Dich schlägt, eine duftende Blume, ein wärmender Sonnenstrahl, eine Einladung zum Essen bei Freunden…
Du darfst Deinen Körper mit Luft versorgen, ca. 15 mal jede Minute, 21.600 mal an einem einzigen Tag. 22.000 Geschenke an einem Tag. Oder hast Du jemals bei einem einzigen Atemzug einen Cent bezahlt für die Luft, die dazu notwendig ist?

Suche also ganz bewusst Gegenbeweise, mach Dir immer wieder klar, dass Dein Satz nicht stimmt. Und lass diese Klarheit durch ständiges Tun und bewusstes Üben in Dein Unterbewusstsein sinken.

Eine ganz hervorragende Methode um Deine Glaubenssätze auf den Prüfstand zu stellen ist The Work von Byron Katie mit dem zentralen Satz: „Ist es wahr?“, „Kannst Du sicher sein, dass es wahr ist?“ (S.a. Warum Dich (fast) niemand ärgern kann)

Ich befürchte übrigens, das haben die Engländer auch getan. Wie die letzten Ereignisse zeigen, scheinen sie langsam der Fragwürdigkeit des Satzes

22 Mann jagen 90 Minuten einem Ball nach und am Ende gewinnen die Deutschen - Gary Lineker Klick um zu Tweeten
auf die Schliche gekommen zu sein.

Du siehst also, es lohnt sich, behindernde Glaubenssätze zu hinterfragen und bewusst Gegenbeweise zu suchen.

3. Schreibe den behindernden Glaubenssatz um

Nachdem Du genügend Gegenbeweise gefunden hast, kannst Du den behindernden Glaubenssatz umschreiben in einen unterstützenden Glaubenssatz.

Transformiere z.B.

  • „Im Leben wird mir nichts geschenkt“ zu „Das Leben ist voller Geschenke an mich“
  • „Mir gelingt nie etwas“ zu „Mir ist im Leben schon sehr viel und Großartiges gelungen. Ich kann das“
  • „Ich bin nicht liebenswert“ zu „so viele Menschen haben mir schon Liebe geschenkt und tun es immer wieder“
  • „Ich bin untalentiert“ zu „Wow, was ich alles kann: …“
  • „Ich hab so wenig Erfolg, weil ich so viele behindernde Glaubenssätze hab“ zu „Hey, ich kann behindernde Glaubenssätze umwandeln“

(die Umwandlung des Glaubenssatzes von Herrn Lineker lass ich jetzt hier besser mal weg. Falls der Artikel auch in England gelesen wird 😉 )

Deine Erfahrungen mit Glaubenssätzen

Glaubenssätze beeinflussen unser Leben, behindernd oder unterstützend.
Wenn wir bewusst mit ihnen umgehen, können aus behindernden Glaubenssätzen unterstützende werden, die unser Leben bereichern.

Deswegen würde ich gern von Deinen Erfahrungen mit Glaubenssätzen lesen.

Welche Erfahrungen hast Du mit Glaubenssätzen gemacht? Hast Du schon welche transformiert, welche Erfolge hattest Du damit? Hast Du ein Beispiel für einen umgeschriebenen Glaubenssatz?

 

 

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