Wie Du Angst loslassen und Sorgen verabschieden kannst

Angst loslassen? Wenn das so einfach wäreBeitragsbild zum Beitrag Angst loslassen : Bild einer schönen Uhr mit dem Text "now"

Kennst Du das? (Ich zumindest schon)

Die Gedanken fahren Karussell in Deinem Kopf. Du kannst nicht einschlafen.

Du denkst ständig daran,

  • ob Du die anstehende Klausur schaffen wirst
  • ob Dein Geld reicht, um die nächste Miete zu bezahlen
  • wie lange Dein Auto wohl noch halten wird, bevor der Motor streikt
  • ob die gebuchte Reise vielleicht ausfällt, weil die Piloten Streik androhen

Oder Du bist auf dem Konzert auf das Du Dich schon soooooo lange gefreut hast. Nur bekommst Du kaum etwas davon mit, weil Dein Kopf beschäftigt ist

  • mit der anstehenden Steuererklärung
  • mit der Befürchtung, dass Dein Partner bald mit Dir Schluss machen wird
  • mit der Erkenntnis, dass Deine Regelblutung längst fällig wäre und dem daraus entstehenden flauen Gefühl im Magen
  • mit dem Vortrag für nächste Woche, wo Du noch nicht mal die Idee zu einem Thema hast

Du spekulierst über anstehende Ereignisse und aktuelle Begebenheiten:

  • Dein Chef hat Dich zum Gespräch gebeten: „Bestimmt will er mich rauswerfen“
  • Du bist verliebt und sie hat noch nicht auf Deine E-Mail geantwortet, „Wahrscheinlich, weil sie nichts von mir wissen will“
  • Du hast Gäste eingeladen, aber „die essen bestimmt so viel, dass es wieder nicht reicht“…

Du bist voller Gedanken die von ganz unangenehmen Gefühlen wie Angst und Sorgen, Ärger, Traurigkeit  oder Schmerz begleitet werden.

Was haben alle diese Gedanken gemeinsam?

Dazu zunächst eine kleine Geschichte von Laotse:

Der alte Mann und das Pferd

Ein alter Mann lebte in einem Dorf, sehr arm, aber selbst Könige waren neidisch auf ihn, denn er besaß ein wunderschönes weißes Pferd… Könige boten phantastische Summen für das Pferd, aber der Mann sagte dann: „Dieses Pferd ist für mich kein Pferd , sondern ein Mensch. Und wie könnte man einen Menschen, einen Freund verkaufen?“ Der Mann war arm, aber sein Pferd verkaufte er nie.

Eines Morgens fand er sein Pferd nicht im Stall. Das ganze Dorf versammelte sich und die Leute sagten: “ Du dummer alter Mann. Wir haben immer gewusst, dass das Pferd eines Tages gestohlen würde. Es wäre besser gewesen, es zu verkaufen. Weich ein Unglück!“
Der alte Mann sagte: „Geht nicht so weit das zu sagen. Sagt einfach das Pferd ist nicht im Stall. Soviel ist Tatsache. Alles andere ist Urteil. Ob es ein Unglück ist, oder ein Segen, weiß ich nicht, weil dies ja nur ein Bruchstück ist. Wer weiß, was darauf folgen wird?“

Die Leute lachten den Alten aus. Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bisschen verrückt war. Aber nach fünfzehn Jahren kehrte eines Abends das Pferd plötzlich zurück. Es war nicht gestohlen worden, sondern in die Wildnis ausgebrochen. Und nicht nur das, es brachte noch ein Dutzend wilder Pferde mit.

Wieder versammelten sich die Leute und sie sagten: „Alter Mann, du hattest Recht. Es war kein Unglück, es hat sich tatsächlich als ein Segen erwiesen.“
Der Alte entgegnete: „Wieder geht ihr zu weit. Sagt einfach: Das Pferd ist zurück… wer weiß, wer weiß, ob das ein Segen ist oder nicht? Es ist nur ein Bruchstück. Ihr lest nur ein einziges Wort in einem Satz wie könnt ihr das ganze Buch beurteilen?“

Dieses Mal wussten die Leute nicht viel einzuwenden, aber innerlich wussten sie, dass der Alte unrecht hatte. Zwölf herrliche Pferde waren gekommen…
Der Alte Mann hatte einen einzigen Sohn, der begann die Wildpferde zu trainieren. Schon eine Woche später fiel er vom Pferd und brach sich die Beine.

Wieder versammelten sich die Leute. Sie sagten: „Wieder hattest du recht! Es war ein Unglück. Dein einziger Sohn kann nun seine Beine nicht mehr gebrauchen, und er war die Stütze deines Alters. Jetzt bist du ärmer als je zuvor.“
Der Alte antwortete: Ihr seid besessen vom Urteilen. Geht nicht so weit. Sagt nur, dass sich mein Sohn die Beine gebrochen hat. Niemand weiß, ob dies ein Unglück oder ein Segen ist. Das Leben kommt in Fragmenten und mehr bekommt ihr nie zu sehen.“

Es begab sich, dass das Land nach ein paar Wochen einen Krieg begann. Alle jungen Männer des Ortes wurden zwangsweise zum Militär eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er verkrüppelt war. Der ganze Ort war von Klagen und Wehgeschrei erfüllt, weil dieser Krieg nicht zu gewinnen war und man wusste, dass die meisten der jungen Männer nicht nach Hause zurückkehren würden.

Sie kamen zu dem alten Mann und sagten: ‚*Du hattest recht, alter Mann. Es hat sich als Segen erwiesen. Dein Sohn ist zwar verkrüppelt, aber immerhin ist er noch bei dir. Unsere Söhne sind für immer fort.“

Der alte Mann antwortete wieder: „Euer Schmerz ist groß und wird vielleicht noch lange dauern. Doch denkt zurück an die Geschichte von meinem Pferd und lasst eure Urteile vorüber ziehen, denn sie verändern sich. Sagt nur dies: dass man eure Söhne in die Armee eingezogen hat, und dass mein Sohn nicht eingezogen wurde. Niemand weiß! Lasst das euren Trost sein.“

 

In Gedanken leben heißt nicht wirklich leben

Sind unsere Gedanken nicht oft wie die der Leute in der Geschichte? Sie beschäftigen sich mit einer unsicheren Zukunft oder einer schmerzhaften Vergangenheit. Und sie geben einer Situation eine Bedeutung, die sie vielleicht gar nicht hat.

 

Das Gestern ist nichts als ein Traum,
das Morgen nur eine Vision

(aus dem Sanskrit)

Mit Gedanken in einer angstvollen Zukunft oder schmerzhaften Vergangenheit leben heißt, nicht wirklich zu leben Klick um zu Tweeten
Denn das Gestern ist vorbei, die Zukunft noch nicht da.

Wahres Leben gibt es nur

JETZT

Das ist wohl gemeint mit dem Buchtitel. „Sorge dich nicht, lebe!“

Es handelt sich bei schmerzhaften oder angsterfüllten Gedanken nur um Bewertungen des Kopfes, die dem, was da ist, eine unwirkliche Bedeutung geben.
Wenn Du Dir das klar machst und im Inneren fühlst, dann kannst Du die Angst loslassen und Sorgen lösen sich auf.

Angst loslassen, Sorgen verabschieden

Eine einfache und sehr wirksame Übung kann Dir dazu eine Hilfe sein; sozusagen ein meditatives Frage-Antwort-Spiel, mit dem Du tatsächlich Deine Angst loslassen kannst:

Du und Dein(e) Partner(in), setzt Euch gegenüber. Eine(r) ist Fragende(r), die/der Andere Hörende(r) und Antwortende(r). Und dann lasst die Frage auf Euch wirken:

„was hindert Dich daran, JETZT glücklich zu sein?“

2 oder 3 Minuten lang wird immer wieder exakt diese Frage wiederholt, wie ein Mantra.

Und Du antwortest spontan, was Dir gerade einfällt. Lass mehr und mehr Dein Herz sprechen statt Deinen Verstand.

Du kannst die Übung auch mit Dir selbst machen, wenn Du alleine bist, indem Du Dir diese Frage immer wieder stellst und die Antwort fühlst.

Mir hat sie schon oft sehr geholfen, meine Angst loslassen und Glück fühlen zu können.

Welche Erfahrungen hast Du damit, Deinen Ängsten und Sorgen zu begegnen?  Vielleicht hast Du weitere Ideen und Übungen. Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen. Nutz die Kommentar-Funktion und erzähle, wie es Dir damit geht. Ich freue mich sehr darauf, von Dir zu lesen.

 

Sei herzlich gegrüßt,

Peter

s. auch: 15 Einsichten, die Dein Leben verändern werden

 

2 Replies to “Wie Du Angst loslassen und Sorgen verabschieden kannst”

    1. Ja, und wen wir aus dem Fragment eine ganze Geschichte machen lieen wir meist daneben, machen uns unnötig Sorgen und vermiesen und die Gegenwart mit Dingen, die (noch) gar nicht existieren. Danke für Dein Feedback, Karina.

      Lieben Gruß,

      Peter

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